Das Allgäu Team des ifd schaute über den Alpenrand und machte sich auf den Weg nach Konstanz, um dort eine Gemeinschaftsschule zu besuchen.

Webseite der Gebhardschule Konstanz

 

Seit September 2012 gibt es mit der Gemeinschaftsschule eine neue Schulart in Baden Württemberg.

Die Mitarbeiter des ifd konnten diese veränderte Schulart durch eine Unterrichtshospitation und den Austausch mit Lehrkräften live erleben.

Gemeinschaftsschule KonstanzDas Leitbild der Gemeinschaftsschule ist, dass alle Schüler, unabhängig ihres Leistungsniveaus, gemeinsam unterrichtet werden. Nur unter diesen Umständen kann tatsächlich von einer inklusiven Beschulung gesprochen werden.

Durch längeres gemeinsames Lernen und durch individuelle Lernmethoden wird diese Schulart der Heterogenität der Schüler gerecht. An der Gemeinschaftsschule erhält jeder Schüler einen individuellen Lernplan und schreibt keine Klassenarbeiten im herkömmlichen Sinn. Die Schüler können selbst bestimmen, wann sie bereit sind einen „Check“ zu schreiben, um so ein Kapitel abzuschließen. Dabei können sie die Niveaustufe selbst wählen und einen „Check“ auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen ablegen. Dabei werden die Schüler nicht in leistungsorientierte Kurse aufgeteilt, denn die Vielfalt und Unterschiedlichkeit soll in jeder Lerngruppe gegeben sein. Sitzenbleiben gibt es in der Gemeinschaftsschule nicht mehr.

Die Schüler arbeiten weitgehend selbstverantwortlich. Jeder erhält einen Kompetenzraster und Checklisten, die selbstständig abzuarbeiten sind. In dieser Schulart kommen auf die Lehrer veränderte Aufgaben zu. Die Lehrerrolle wird hier mehr als Lernbegleiter oder Lerncoach und weniger als Wissensvermittler gesehen.  

Während in ursprünglichen Schularten die Noten im Mittelpunkt stehen, gibt es hier differenzierende Beurteilungen, über den individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand der Schüler, die nicht mit einer Note angegeben werden.

Gemeinschaftsschule Konstanz

Die Gebhardschule in Konstanz sieht sich als Lern- und Lebensraum. Auf Grund dessen besteht hier eine verpflichtende Ganztagesschule. Dadurch wird die Chancengleichheit erheblich erhöht, da Schüler nicht mehr von der Hilfe ihrer Eltern abhängig sind. Die Schüler erhalten keine Hausaufgaben und können ab 4 Uhr den Feierabend genießen.

Es ist normal, verschieden zu sein“- so lautet das Motto der Konstanzer Gemeinschaftsschule. Die Gemeinschaftsschule selektiert Schüler nicht nach der 4. Klasse. So konnte der ifd bei seiner Hospitation sehen, wie eine Lerngruppe gemeinsam von einem Sonderschul- und Gymnasiallehrer unterrichtet wurde.

Durch den gemeinsamen Unterricht können die Schüler lernen, Verschiedenheit als Normalität zu betrachten.

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