Seit zehn Jahren Netzwerkarbeit für Betriebe und Mitarbeiter.

Für berufliche Teilhabe behinderter MenschenWie können gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter besser in den Arbeitsalltag integriert und ihre Teilhabe am Arbeitsleben erleichtert und verbessert werden? Diesem Thema widmet sich das Regionale Eingliederungsmanagement (rem) in Schwaben2004 gestartet, unterstützt und fördert rem seit zehn Jahren die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt durch Informationsveranstaltungen, Workshops, Beratung und die Zusammenarbeit mit den Integrationsfachdiensten.

rem-Mitarbeiter Bernhard Zwick bei der BeratungJohann Mayr, Leiter des Integrationsamtes Schwaben, blickt auf die Anfänge des Projekts im Jahr 2004 zurück: „Ein Kernanliegen des Regionalen Eingliederungsmanagements war und ist es, das Thema der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung mithilfe unterschiedlicher Initiativen und Angebote insbesondere bei den Personalverantwortlichen in den schwäbischen Betrieben präsenter zu machen. Denn auch in diesen grundsätzlich informierten Kreisen ist es wichtig, Hintergrundinformationen zu vermitteln, regelmäßig über Änderungen, vor allem in den gesetzlichen Rahmenbedingungen, zu berichten und nicht zuletzt, durch die rem-Veranstaltungen immer wieder Impulse zu geben.“ Gerade von den Personalverantwortlichen der Betriebe erhalte Mayr immer wieder positive Rückmeldungen über die rem-Veranstaltungen. Für die Zukunft sieht Mayr zwei große Themen auf die schwäbischen Firmen und auch auf die rem-Veranstaltungen zukommen: den demografischen Wandel und den stärker geforderten Inklusionsgedanken. „Das Bewusstsein, anders mit den Mitarbeitern umgehen zu müssen, ist sehr ausgeprägt. Viele Personalverantwortliche machen Fortbildungen zu Gesundheitsmanagement und Betrieblichem Eingliederungsmanagement. Ausgelöst durch den Fachkräftemangel sind viele Firmen bereit, sich diesbezüglich weiterzuentwickeln. Da kann rem begleiten und Orientierung geben, zum Beispiel durch Referenten, die den Betrieben konkret weiterhelfen.

Zur Webseite: rem Schwaben

rem-Mitarbeiterin und Sozialpädagogin Christine Stark beobachtet, dass die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt zunehmend Thema werden. Die Teilnehmer der rem-Veranstaltungen fragen in den vergangenen zehn Jahren vermehrt Informationen dazu nach.  Zum Beispiel zum Umgang mit Mitarbeitern, die psychisch stark belastet sind oder an einer psychischen Erkrankung leiden. Auch die Gesprächsführung mit Mitarbeitern in schwierigen Situationen übte ein Referent mit den Teilnehmern eines rem-Infotreffs bereits ganz konkret in Rollenspielen.

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Die Arbeitgeber sind zu wenig aufgeklärt darüber, was eine Behinderung bedeutet“, sagt Christine Stark. „Sie sehen nur eine Leistungseinschränkung.“ Stattdessen könne man das Thema im Sinne des Inklusionsgedankens auch von einer ganz anderen Seite betrachten. „Menschen mit einer Behinderung verbindet mit ihrem Betrieb in der Regel eine sehr hohe Identifikation. Wenn der Arbeitsplatz passt, sind sie zum Beispiel viel seltener krank als andere Arbeitnehmer“, erklärt rem-Mitarbeiter und Diplom-Sozialpädagoge Bernhard Zwick. „Darum sehen wir uns als Lobbyist für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben.“ Und diese Lobbyarbeit geschieht darüber, Netzwerke in Schwaben zu knüpfen – zwischen Personalverantwortlichen, Vertrauensleuten für Schwerbehinderte, Institutionen wie Krankenkassen, Deutscher Rentenversicherung, Arbeitsagentur und Integrationsfachdiensten.

In den zehn Jahren, in denen rem nun besteht, ist es gelungen, viele Arbeitgeber aus Schwaben zu erreichen – sowohl die großen Firmen als auch kleine und mittelständische Unternehmen. Auf den Teilnehmerlisten der rem-Veranstaltungen finden sich unter vielen anderen zum Beispiel Vertreter von Premium Aerotec, Lech-Stahlwerke, dem Bayerischen Staatsministerium des Inneren, Rewe, Bosch und Siemens Hausgeräte, Fujitsu sowie aus den jeweiligen Stadtverwaltungen. Der rem-eigene Newsletter, der dreimal jährlich erscheint und über anstehende Veranstaltungen und aktuelle Themen informiert, geht inzwischen an über 800 Empfänger in Schwaben.

rem ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Integrationsamt beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) Region Schwaben und der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg. rem rorganisiert Vernetzungstreffen für Personalverantwortliche schwäbischer Firmen, Infotreffs für die betrieblichen Vertrauensleute und es vernetzt Institutionen, Betriebe und Experten bei regionalen Arbeitstischen. Die Informations- und Erfahrungsaustauschtreffen für Personalverantwortliche sind eine wichtige Veranstaltungsreihe, die regional den Austausch mit und unter Personalverantwortlichen fördert. Die Infotreffs für die Vertrauensleute der schwerbehinderten Beschäftigten in den schwäbischen Betrieben bieten diesem Personenkreis aktuelle Informationen, Weiterbildung und vor allem auch die reichhaltige Möglichkeit, hilfreiche Kontakte zu knüpfen. Alle Veranstaltungen werden regional in Schwaben Nord, Mitte und Süd angeboten. 

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