Panther sind besonders schwarze Tiere. Genauso schwarz sind auch die Tage von Sarah Elise Bischof, wenn sie sich von einem Epileptischen Anfall erholen muss. In ihrem Buch beschreibt sie ihr Leben mit der Krankheit Epilepsie.

Gastbeitrag von Lisa Figas

Beim Lesen dieses Buches habe ich laut gelacht und bitterlich geweint. In jedem Leben gibt es schöne und schreckliche Begegnungen. Aber nur bei wenigen Menschen treffen diese beiden Extreme so hart aufeinander, wie bei Sarah Bischof.

Buchtitel Panthertage mit einem Portrait der Autorin.Bischof hat Epilepsie. Diese Krankheit wirbelt alle paar Wochen ihr Gehirn durcheinander. Das äußert sich durch krampfartige Anfälle. Nach einem solchen Anfall ist Sarah völlig erschöpft und braucht ein paar Tage Ruhe und Regeneration. Dazu hat sie ein durchorganisiertes Netzwerk aus Notfallkontakten, einem Notknopf am Bett, einem trainierten Hund und engagierten Ärzten aufgebaut. Außerdem strukturiert sie ihren Alltag so, wie sie ihn mit Epilepsie gut bewältigen kann: Lange Planungen, kein Extremsport, viel Schlaf.

Schwierigkeiten hat sie mit ihrer beruflichen Situation, da ihre langen Ausfallzeiten viel Verständnis von Chefs und Kollegen erfordern. Auch die Liebe ist ein heikles Thema. Welcher Traumkerl will schon neben einer Frau im Bett liegen, die sich alle paar Wochen bei einem Anfall einnässt?

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass am Ende des Buches alles gut wird - soweit es eben gut werden kann, mit einer so schweren Erkrankung. Dazwischen liegt alles, was das Leben so zu bieten hat. Zum Beispiel ein unfassbar komisches Gespräch beim Arbeitsamt, bei dem die studierte Sarah Bischof Auskunft über Ihre Kenntnisse beim Lesen und schreiben geben muss (lautes Gelächter). Oder auch der neue Freund, der den ersten Anfall, den er miterlebt, so schrecklich findet, dass er die hilflose Sarah einfach mitten in der Nacht alleine lässt (bittere Tränen).

Panthertage ist ein intensives Buch, das den Leser fesselt. Ich selbst habe es an zwei Abenden durchgelesen und keine Sekunde Müdigkeit verspürt.

Das Tempo der Geschichte (es handelt sich nicht um eine autobiografische Erzählung) ist hoch. Doch die Sätze sind lang und verschachtelt. Bischof nimmt sich Zeit dafür, die Umgebung so zu beschreiben, wie sie sie wahrnimmt. Daran muss man sich gewöhnen - vor allem weil die Handlung streckenweise so spannend ist, dass man schneller blättern möchte.

Die Autorin Sarah Elise Bischof, über das Buch Panthertage

Empfehlenswert ist dieses Buch in erster Linie für die Mitarbeiter des Arbeitsamtes und dann für alle Menschen, die mit Epileptikern zu tun haben. Sei es beruflich oder privat. Epilepsie hat, wie jede Behinderung, einen ganz eigenen Charakter und die Erkrankten brauchen viel Verständnis von ihren Mitmenschen. Und sie brauchen Menschen, die sich mit dem Krankheitsbild zumindest soweit auskennen, dass sie wissen, was zu tun ist, wenn ein Anfall auftritt. Mit diesem Buch leistet Bischof einen großen Anteil zur Aufklärung über eine heimtückische Krankheit, die lebensbestimmend ist, aber auf keinen Fall das einzige Merkmal einer Person sein sollte!

Vielen Dank an den Verlag Eden Books für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch Panthertage hat 207 Seiten und ist im Frühjahr 2015 erschienen, es kostet 14,95€.

Linktipp: Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall (Apotheken Umschau)

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