Es gibt ein neues Magazin in Deutschland, von dem unsere Bloggerin Lisa Figas undbedingt erzählen möchte. Manege frei für N#MMER - Das Magazin für Autisten, AD(H)Sler und Astronauten.

Gastbeitrag von Lisa Figas

Das mit den Astronauten im Untertitel habe ich nicht ganz begriffen. Davon abgesehen bin ich vollständig verliebt in die erste Ausgabe vom N#MMER Magazin.

Entdeckt habe ich dieses Magazin auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Man kann hier mit Geldbeträgen in verschiedener Höhe Projekte unterstützen. Im Gegenzug erhält man ein kleines Dankeschön. Dieser Funktionsweise folgend habe ich für die Unterstützung von 7,00 € die erste Ausgabe des Magazins quasi vorab gekauft. Ich musste dann eine Weile  auf das Heft warten. Obwohl die benötigten 4Magazin für Autisten, AD(H)Sler und Astronauten. Ausgabe 1: Liebe0.000 Euro nicht zusammenkamen, konnte die erste Ausgabe von N#MMER produziert werden. Und darüber können wir froh sein, denn das Magazin ist wirklich gut geworden.

Hier berichten Journalisten, die selbst Autisten sind oder ADHS haben. Entscheidend ist dabei der Blickwinkel. Und der ist manchmal nur schwer auszuhalten.

Mich hat zum Beispiel der Text über Kinder, die ermordet wurden, weil sie Autisten waren, sehr berührt. Hier werden Fälle aus der ganzen Welt aufgezählt, in denen Eltern Ihre Kinder umbrachten, weil diese nicht der erwarteten Norm entsprachen. Der Text ist schwer auszuhalten, aber enorm wichtig, denn er zeigt, dass Familien mit behinderten Angehörigen noch mehr Unterstützung und Integrationsangebote benötigen und dass es noch viele Vorurteile gibt, die dringend abgebaut werden müssen.

Spannend war auch das Interview mit Sascha Lobo. Viele kennen ihn nur als Sprecher auf Medienkonferenzen und als Vordenker, wenn es um das Thema Internet geht. Doch was mir neu war, ist, dass Lobo ADHS hat. Er erzählt davon, wie er immer wieder angeeckt ist und erst spät die Diagnose ADHS erhalten hat. Besonders interessant war für mich zu erfahren, wie er sein Leben nach der Diagnose verändert hat.

Ich möchte an dieser Stelle eine heiße Leseempfehlung für das N#MMER Magazin abgeben. Seit wenigen Tagen kann man für 28,00 € pro Jahr auch ein Abo abschließen (4 Ausgaben).

Außerdem möchte ich noch die Rezension von Lohengrin empfehlen, der noch genauer auf die verschiedenen Texte eingeht. Eine der Autorinnen der ersten Ausgabe ist Vo Ngoc-Le, die in ihrem eigenen Blog über das Leben als Autistin schreibt: robot in a box.

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