Der Integrationsfachdienst in Günzburg ist Ansprechpartner für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Integrationsfachdienst GünzburgJohannes Braun, Mitarbeiter am Günzburger Standort des Integrationsfachdienstes (ifd) Schwaben, erlebt es in seinem Büro schon mal, dass gestandene Männer zu weinen beginnen. Zum Beispiel dann, wenn sie nach mehr als 30 Jahren in der gleichen Firma – ausgelöst durch eine chronische oder akute Erkrankung – die geforderte Akkordarbeit nicht mehr schaffen, fürchten aussortiert zu werden und nicht wissen, wie sie ihre Familie finanzieren sollen. "Ältere Arbeitnehmer, die durch eine Erkrankung nicht mehr voll leistungsfähig sind, tun sich natürlich sehr schwer mit dieser Situation umzugehen", berichtet Braun.

Genau in solchen Situationen und vielen anderen Fällen hilft der ifd-Schwaben weiter: Er berät und unterstützt Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und begleitet sie während der Berufstätigkeit. Auch für Arbeitgeber ist der ifd-Schwaben, der in Günzburg von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Augsburg betrieben wird, Ansprechpartner.

"Der Leistungsgedanke in unserer Gesellschaft ist mittlerweile extrem hoch", erlebt Integrationsberater Braun immer wieder. Früher seien Menschen mit einer Behinderung oder älter werdende Mitarbeiter in den Firmen eher aufgefangen worden. "Für Menschen mit einer Behinderung sind vor allem Nischenarbeitsplätze wichtig, in denen sie ihre persönlichen Stärken einsetzen können", so Braun. "Und es braucht Firmen, in denen sie von den Kollegen auch aufgefangen werden. Der Inklusionsgedanke muss an der Basis ankommen." Denn: Seinen Lebensunterhalt zu verdienen, am Berufsleben und damit auch am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, ist ein Grundrecht – für alle Menschen. Darum ist das Recht auf berufliche Teilhabe in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nation (UN) niedergeschrieben, die seit 2009 auch in Deutschland gilt.

Der ifd-Schwaben versucht durch seine Arbeit auch das Thema Inklusion in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Schwerpunkt ist aber die konkrete und individuelle Hilfe für Menschen mit Behinderung. In unterschiedlichen Projekten, auch Maßnahmen genannt, berät der ifd-Schwaben so zum Beispiel Schulabgänger von Förderschulen beim Übergang ins Berufsleben ebenso wie erfahrene langjährige Berufstätige, die etwa nach einer Erkrankung behindert bleiben und an ihrem ursprünglichen Arbeitsplatz nicht mehr oder nicht vollständig zurückkehren können. Ebenso werden aber auch die Arbeitgeber beraten und zum Beispiel über die Besonderheiten der jeweiligen Behinderung ihres Mitarbeiters und über Fördermöglichkeiten informiert.

Viele Betriebe wüssten laut Integrationsberater Braun gar nicht, dass sie ab einer Größe von 20 Mitarbeitern gesetzlich dazu verpflichtet sind, Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen. Doch wenn Braun erst einmal mit Firmenchefs ins Gespräch kommt und über die Themen Inklusion und Teilhabe aufklären kann, erfährt er meist viel Aufgeschlossenheit.

Zum Beispiel konnte ein junger Mann jüngst eine Ausbildung in einem Fahrradladen in Günzburg beginnen. Den theoretischen Teil seiner Ausbildung absolviert er in einer

speziellen Förderberufsschule in München. Auch im Legoland kann Integrationsberater Braun immer wieder Klienten unterbringen. "Das Legoland ist ein toller Partner für Praktika, in denen unsere Klienten ausprobieren können,

welche Tätigkeit ihnen zusagt." So versucht Braun für jeden seiner Klienten eine individuelle Lösung zu finden und zusammen mit ihnen wieder eine Perspektive zu erarbeiten, wie es weitergehen kann.

Der Integrationsfachdienst für Schwaben

Integrationsfachdienst Schwaben, Standort Günzburg

Schlachthausstr. 59

89312 Günzburg

Telefon: 08221 / 930-1159
Telefax: 08221 930-1161
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