Integration behinderter Menschen ins Arbeitsleben: Grünen-Politiker Albert Riedelsheimer besuchte ifd-Standorte in Günzburg und Neu-Ulm

Grünen-Politiker Albert Riedelsheimer informierte sich bei Johannes Braun und Dorothea Hubov (v. l.) über die Arbeit des Integrationsfachdienstes Schwaben im Landkreis Günzburg. Fotos: KJF/RufAlbert Riedelsheimer, Spitzenkandidat für den Schwäbischen Bezirkstag der Partei Bündnis 90/Die Grünen, informierte sich bei einem Besuch der Standorte Günzburg und Neu-Ulm über die Arbeit des Integrationsfachdienstes (ifd) Schwaben. Im Gespräch mit den Mitarbeitern wurde deutlich, dass zum Thema Inklusion noch viel mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden muss.

Der ifd-Schwaben berät und unterstützt Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und begleitet sie während der Berufstätigkeit. Auch für Arbeitgeber ist der ifd-Schwaben, der in Günzburg von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Augsburg und in Neu-Ulm von der KJF und dem Diakonischen Werk in Neu-Ulm betrieben wird, Ansprechpartner.

Der Donauwörther Stadtrat Riedelsheimer zeigte sich im Gespräch mit den ifd-Mitarbeitern Johannes Braun und Im Austausch über das Thema Inklusion in der Arbeitswelt: Uwe Tymann, Grünen-Politiker Albert Riedelsheimer und Katja Zeh (v. l.)Dorothea Hubov in Günzburg sowie Uwe Tymann in Neu-Ulm interessiert an deren Erfahrungen damit, wie Menschen mit Behinderung durch die Firmen in der Region Teilhabe ermöglicht wird. Diplom-Pädagogin Katja Zeh, Regionalleiterin für Nordschwaben beim ifd-Schwaben, wünschte sich im Gespräch mit Riedelsheimer mehr Information für die Öffentlichkeit, wie Inklusion wirklich mit Leben gefüllt werden kann. "Inklusiv zu denken ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Das Thema müsste auch politisch mehr eingebracht werden", so Zeh. Die Diplom-Pädagogin und ihre Mitarbeiter erleben immer wieder, dass Betriebe viel zu wenig über die Möglichkeiten der Begleitung und Unterstützung durch den ifd-Schwaben wissen. So sagt ifd-Mitarbeiter Johannes Braun: "Es wäre wichtig, die Arbeitgeber mehr ins Boot zu holen. Der Inklusionsgedanke muss an der Basis ankommen." Albert Riedelsheimer wurde während des Gesprächs die Wichtigkeit einer zentralen Beratungsstelle zum Thema Inklusion bewusst: "Eine solche könnte bei den Landratsämtern angesiedelt sein, denn diese kennen alle Arbeitgeber, Schulen und öffentliche Träger in der jeweiligen Region", so Riedelsheimer.

Wie die Arbeit des ifd-Schwaben im Einzelfall konkret aussehen kann, war Thema beim Besuch des Standortes Neu-Ulm. "Es geht nicht um ein Bewerbungstraining", so ifd-Mitarbeiter Uwe Tymann, "sondern darum, genau zu schauen, woran es beim Einzelnen hakt und warum es bisher nicht mit einem Arbeitsverhältnis geklappt hat". Tymann berichtete von einem konkreten Fall, der typisch ist für seine tägliche Arbeit: Eine alleinerziehende Mutter brauchte zuerst einen Hortplatz für ihren Sohn, damit sie zeitlich flexibel für eine Anstellung war. Die Schule wollte den Sohn aber nicht in die Mittagsbetreuung aufnehmen, weil die Mutter ja eben nicht berufstätig war und Zeit hatte, ihren Sohn selbst zu betreuen. "Da brauchte es eben ein paar Telefonate mit der Schule und gutes Zureden und Erklären", so Tymann. Wenig später hatte der Sohn den Hortplatz und die Mutter wenige Wochen später auch eine Arbeitsstelle. "Um solche Dinge kümmert sich in der Regel niemand", erklärt der ifd-Mitarbeiter. "Ich räume zusammen mit den Klienten zuerst einmal die ganzen kleinen Steinchen weg, die ihren Weg zum Ziel erschweren."

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