Raul lebt in Berlin und ist einer der engagiertesten Kämpfer für Chancengleichheit und Barrierefreiheit in Deutschland. Er arbeitet bei verschiedenen Projekten federführend mit und berichtet in seinem Blog über seinen Alltag mit der Glasknochenkrankheit.

Raul auf Twitter folgen: @RAULde

Man muss unwillkürlich schmunzeln, wenn man die Biografie von Raul, wie sich der Berliner im Internet nennt, in seinem Blog liest. Ein Ausschnitt: "Behindert zu sein hat aber auch seine Vorteile. Man fährt umsonst Bus, kriegt die Bahncard günstiger, und darf im Zug, auf inlands Flügen in Museen und Kinos sogar jemanden umsonst mitnehmen. An Warteschlangen darf man vor und die Leute sind immer nett zu einem, auch wenn sie einen garnicht kennen." Das spiegelt ganz gut die Art wieder, mit der unser heutiger Blogger im Internet von seiner Behinderung berichtet. Natürlich ist nicht immer alles positiv und fröhlich, aber wer nach traurigen, schicksalsergebenen Berichten sucht, der ist bei Rauli definitiv an der falschen Adresse.

Der Berliner arbeitet gleich bei mehreren Projekten mit:

Der Blog: Raul.de

Alle Rechte vorbehalten von SOZIALHELDEN e.V.Als nichtbehindertem Menschen steigt einem schnell der Blutdruck, wenn man die Beiträge von Raul liest, die unter dem Stichwort Leben mit Behinderung abgelegt werden. Für viele Behinderte ist das aber ganz normale Alltagsrealtät. Das zeigt sich zum Beispiel daran, wie schnell eine von Raul gegründete Facebook-Gruppe mit dem Namen: "Sätze, die Menschen im Rollstuhl ständig hören" über 800 Mitglieder bekommen hat.

Doch Raul Krauthausen ist noch viel mehr als "nur" Blogger. Wer in den Bereich mit den Medienberichten klickt, der wird feststellen, wie oft sich Raul zu Wort meldet. Er spricht auf Internetkonferenzen zum Thema Bloggen oder gibt Interviews zur Wheelmap, die er in Kooperation mit Google erstellt. Das ist eine Landkarte für Rollstuhlfahrer, in der Barrieren und Zugänge eingetragen sind.

Die Wheelmap

Rollstuhlgerechte Straßenkarte

Unter Whellmap.org kann jeder rollstuhlgerechte Orte eintragen und so anderen Rollstuhlfahrern den Weg erleichtern, bzw. unangenehme Erfahrungen ersparen. Wie es um die Büros des ifd Schwaben bestellt ist, kann man ab jetzt auch auf dieser interaktiven Landkarte einsehen. Raul ist einer der Initiatoren und das Gesicht der Initiative.


Leidmedien

Nein, bei den Leidmedien.de handelt es sich nicht um einen Tippfehler. Wohl aber berichtet diese Webseite über Formulierungen und Bezeichnungen, die man gerne für Tippfehler halten möchte. Hier werden nämlich Negativbeisiele dafür gesammelt, wie Medien über Menschen mit Behinderung berichten. Doch mit dem bösen Zeugefinger allein ist es nicht getan. Auf der Webseite gibt es ganz konkrete Tipps dafür, wie man als Journalist zum Beispiel korrekt über eine Person berichtet, die im Rollstuhl sitzt: Hilflose Opfer und ihre Sorgenkinder

Im Rollstuhl gefesselt?

Sozialhelden

Die Leidmedien und die Wheelmap sind nur zwei der Projekte, die von den Sozialhelden angestoßen und betreut werden. Raul hat diese Organisation im Jahr 2004 zusammen mit seinem Cousin, Jan Mörsch, gegründet. Die Sozialhelden zeichnen sich dadurch aus, das alle Projekte ohne Tränendrüsen-Mentalität auskommen. Ganz im Gegenteil: Es macht Spaß die Ideen und Lösungsansätze der Sozialhelden zu sehen. Es gibt übrigens viele Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Spenden sind natürlich willkommen, aber man kann auch anderweitig tätig werden, indem man zum Beispiel den örtlichen Supermarkt bittet, sich bei Pfandtastisch Helfen zu beteiligen oder ein paar Plätze auf der Wheelmap einträgt.

Hier geht es zu anderen Artikeln, in denen wir Blogger vorgestellt haben: Blogger

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