Auch für Jugendliche ist Stress schon ein wichtiges Thema. Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Mitarbeiterin einen Kurs zur Stress-Vorsorge entwickelt und durchgeführt hat.

"Entwicklung eines Kompetenztrainings zur Stressbewältigung für Jugendliche mit geistigem Förderbedarf mit Fokus auf das Arbeitsleben" - der Titel der Bachelorarbeit unserer dualen Studentin Annika Krumm klingt sperrig. Doch das Thema ist ganz praxisnah!

Auch unter Jugendlichen ist Stress schon ein ganz alltägliches Problem geworden. Im Zuge der Gesundheitsvorsorge und der Vorbereitung auf das Berufsleben ist dieses Thema für uns als Integrationsfachdienst natürlich eine Herzensangelegenheit.

Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass wir den Jugendlichen, die derzeit bei uns unterstützt werden, ein tolles Angebot machen konnten, dass von vielen sehr gerne angenommen wurde.

Zwei Tage im Juli, drei Module gegen Stress

Insgesamt 14 Teilnehmer aus ganz Schwaben kamen in das Förderwerk St. Elisabeth in Augsburg. Die Teilnehmer werden alle bereits vom ifd unterstützt und nehmen zum Beispiel an den Maßnahmen Übergang Förderschule Beruf oder Unterstützte Beschäftigung teil. Unser Ziel ist es, jeden dieser Jugendlichen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren - und die Chancen stehen gut, denn alle haben schon Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch Praktika und somit einen homogenen Erfahrungsschatz.

Das Training ist in drei Module geteilt, die unterschiedliche Übungen und Theorieeinheiten haben:

  1. Was ist Stress und wie erkennt man ihn?
  2. Individuelle Ursachen, Symptome und Situationen im Zusammenhang mit Stress
  3. Konkrete Übungen zum Stressabbau

Foto der Workshop-Notizen

Besonders gut kam zum Beispiel eine Übung zum Perspektivwechsel an: Die Teilnehmer teilten sich in zwei Gruppen, die eine war zuständig, alles Schlechte an einer Situation zu sehen und die andere für alles Gute an einer Situation. Die Teilnehmer waren angehalten, möglichst kreativ zu sein bei dieser Aufgabe und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Ausgangssituation war eine Autopanne von drei Frauen auf einem italienischen Berg. Ergebnisse der Gruppe Positiv war eine Liebesgeschichte mit einem italienischen Automechaniker mit Happy Ende. Die Gruppe Negativ war nicht weniger kreativ und brachte mögliche Folgen aus der Situation wie eine Entführung, einen Vulkanausbruch oder einen schlimmen Streit zwischen den Frauen. Ziel der Übung war es, den Blick auf Situationen so zu wechseln, dass sie weniger bedrohlich wirken und somit keinen Stress mehr auslösen.

Da Stress höchst subjektiv ist (das wurde vorher an einem vereinfachten Stressmodell erklärt), empfindet jeder Stress durch die Bewertung der möglichen Bedrohung und der negativen Konsequenzen einer Situation. Wenn diese jedoch in einem anderen Licht gesehen werden, so kann der Stress verringert oder verhindert werden.

Im dritten Modul hat den Jugendlichen vor allem die Traumreise an einen "inneren Ort" gut gefallen. Hier ging es darum, eine Landschaft oder eine Situation zu finden, die für den einzelnen Ruhe und Entspannung symbolisiert und ausstrahlt. In schwierigen Momenten können die Teilnehmer zu diesem Ort zurückkehren und Kraft tanken.

Noch mehr 'weniger Stress'?

Der Kurs kam bei den Jugendlichen sehr gut an. Vor allem die praktischen Übungen wurden mit großer Ruhe und Disziplin durchgeführt, wovon sich Annika Krumm sehr beeindruckt zeigte.

Bisher sind noch keine weiteren Termine geplant, da das Konzept jedoch steht und 'gebrauchsfertig' ist, ist gut vorstellbar, dass auch nächstes Jahr wieder so ein Training im Rahmen von Projekttagen des IFD angeboten wird. Und Frau Krumm wird dieses Thema sicherlich mit viel Elan weiterverfolgen, wenn Sie nach Ihrem Studium in diesem Herbst bei uns ihre Vollezeitstelle antritt. Wir freuen uns darauf!

abgelegt unter:
Kommentare unterstützt durch Disqus