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Eine Zusammenfassung eines Artikels aus dem Inklusionsbarometer Arbeit 2016 von "Aktion Mensch"

Längst ist es gegenwärtig: Seit der Erfindung des Internets werden menschliche Tätigkeiten in eine von Maschinen lesbare Sprache übertragen um diese von Computern oder Robotern erledigen zu lassen. Entwicklungen die früher noch über Generationen verliefen, gehen heute in wenigen Jahren vonstatten. Aufgrund dessen verändern sich viele Geschäftsbereiche andere lösen sich auf und wiederum neue kommen dazu. Die Angst besteht, dass sich einige, besonders von Menschen mit Behinderung ausgeübte,  Berufe durch Digitalisierung in Form von Automatisierung in Zukunft überflüssig machen würden.

Hier betont Aktion Mensch jedoch, dass „grundsätzlich nie Berufe, sondern immer nur einzelne Tätigkeiten automatisiert [werden]“ (Vukovic u.a. 2016: 38).  Außerdem spiele bei der Entscheidung ob Menschen durch Maschinen ersetzt werden nicht nur die Technik sondern auch Kosten, ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte eine Rolle (Vukovic u.a. 2016: 38). Das Institut der deutschen Wirtschaft erwähnt außerdem, dass die neuen Technologien entwickelt, die Anwendung überwacht und betreut werden müsse und dies zu neuen Tätigkeitsfeldern führe (Vukovic u.a. 2016: 39)

Die Chancen für Behinderte auf den Arbeitsmarkt können sich durch neue Technologien für einige Menschen verbessern, andere überfordern diese. Hierbei seien digitale Technologien zur Unterstützung menschlicher Arbeit und die Technologien zur Automatisierung, also zum Ersatz von menschlicher Arbeit voneinander zu unterscheiden (Vukovic u.a. 2016:41).

 Ob Menschen mit Behinderungen besonders in solchen Berufen arbeiten, die eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Automatisierung aufweisen, wurde in Studien noch kaum behandelt.

Nach Dengler und Matthes (Vukovic u.a. 2016: 39) sind weniger als 25% der Tätigkeiten die Menschen mit Behinderungen aktuell ausführen automatisierbar.

  • Berufe mit geringer Wahrscheinlichkeit zur Automatisierung: Sozial-und Gesundheitsbereich, Verwaltungsberufe, Berufe im öffentlichen Dienst, akademische Berufe (Im direkten Zusammenhang können Qualifikationsniveau und die Wahrscheinlichkeit zur Automatisierung von Berufen jedoch nicht gesehen werden.)
  • Berufe mit hoher Wahrscheinlichkeit der Automatisierung  (Hauptberuf gefährdet) (11% der Menschen mit Behinderungen betroffen): Metallbereich, Chemie und Kunststoffberufen (Vukovic u.a. 2016:40)
  • Berufe mit mittlerer Wahrscheinlichkeit zur Automatisierung (43% der Menschen mit Behinderung betroffen): Maschinen-und Fahrzeugbau, Handel

Bei unterstützendem Einsatz von Robotik und digitalen Assistenzsystemen können sich  die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Behinderung verbessern. Steigernde digitale Barrierefreiheit, die Möglichkeit zum Home-Office, mobile Produktionsassistenten als Ausgleich für die Behinderung sind nur wenige Beispiele für die mögliche Umsetzung.

Wichtig bleibt beim Einsatz von digitalen Technologien besonders auf Personengruppen einzugehen, die aufgrund der Komplexität Schwierigkeiten haben können (Beispiel: Menschen mit psychischen oder geistigen Einschränkungen). Eine mögliche Lösung wäre hierfür Schulungen und Weiterbildungen für diese Zielgruppen in Leichter Sprache anzubieten (Vukovic u.a. 2016: 43).

 

Quelle:

https://www.aktion-mensch.de/dam/jcr:a560e197-d0ca-4bfd-9034-871e4204a322/Inklusionsbarometer-2016-barrierefrei.pdf.

Vukovic, Sandra und Dagmar Greskamp, 2016. Inklusionsbarometer Arbeit [Online-Quelle]: Ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt [Zugriff am 01.09.17]. Verfügbar unter: https://www.aktion-mensch.de/dam/jcr:a560e197-d0ca-4bfd-9034-871e4204a322/Inklusionsbarometer-2016-barrierefrei.pdf.